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Wissenswertes über Short-Track
Triftende Bahn. Im Shorttrack gibt es eine sogenannte triftende
Bahn. Beide Kurvenradien sind auf dem Eis genau fünfmal, jeweils etwas
versetzt, markiert. Nach jedem Rennen werden die Begrenzungsblocks auf
einen anderen Radius gelegt. Die Bahnlänge bleibt dabei immer gleich, d.
h. wenn auf der einen Seite z. B. der innerste Kurvenradius gilt, ist es
auf der gegenüberliegenden Seite der äußerste. Hintergrund dieser regel
ist die enorme Beanspruchung des Eises durch die Läuferkufen (hoher Druck
durch Fliehkraft bei bis 50 km/h) besonders in den Kurven. Durch die
Bahntrift findet die Beanspruchung nicht immer an der gleichen Stelle des
Eises statt.
Ist Shorttrack Glückssache? Im Regelwerk gibt es verschiedene
Behinderungen, die mit Disqualifikation geahndet werden. In der Praxis
haben die Schiedsrichter einen Ermessensspielraum. Das führt zuweilen zu
umstrittenen Entscheidungen. Das und die beim Shorttrack immer wieder
vorkommenden Stürze führen mitunter – aus Sicht des Zuschauers – zum
Zweifel an der „Gerechtigkeit“ der Sportart. Die Erfahrung der
Shorttrack-Geschichte besagt aber, dass sich dennoch immer wieder die
besten Sportler durchsetzen und wirkliche Außenseitersiege (wie der des
Australiers Steven Bradbury in Salt Lake City) sehr selten sind. Die Gunst
des Augenblicks (Ansetzung, Stürze oder unvorhergesehene Situationen) und
wie ein Läufer sie nutzen kann, ist aber sehr sehr wohl Bestandteil der
Shorttrack-Philosophie.
Weitersetzen. Im Shorttrack erreichen mindestens die ersten beiden
Läufer eines Laufes (außer Finale) die nächste Runde, manchmal – je
nach Ausschreibung – auch drei. Wird jedoch ein Läufer in einer
aussichtsreichen Position durch einen anderen behindert und damit um seine
Chance auf das Weiterkommen gebracht, kann ein solcher Läufer auch durch
Schiedsrichter-Entscheid weitergesetzt werden, unabhängig vom belegten
Platz (der Läufer muss aber das Ziel erreicht haben). In der
Shorttrack-Fachsprache spricht man von „advanced“ (engl. bevorteilt
– als Ausgleich für eine erlittene Benachteiligung).
Kein Protest. Gegen Entscheidungen der Schiedsrichter ist kein
Protest möglich, jedenfalls nicht während des Wettkampfs. Der Wettkampf
geht weiter, ohne dass ein durch eine Schiedsrichterentscheidung möglicherweise
zu Unrecht ausgeschlossener Läufer weiter daran teilnehmen kann. Das ist
hart für den Läufer, ist aber im Modus eines Shorttrack-Wettkampf zu
begründen. Innerhalb einer begrenzten Zeit von wenigen Stunden wird ein
Wettkampf von den Vorläufen bis zur Entscheidung geführt. Verzögerungen
des Ablaufs sind daher auf wenige Fälle beschränkt (beispielsweise darf
das Kampfgericht seit 2002 nach strittigen Szenen die Videoaufzeichnung
ansehen). Diskussionen, Verhandlungen und Abstimmungen über Proteste sind
in den kurzen Pausen zwischen den Rennen nicht möglich, weil der
Wettkampf sonst nicht planmäßig zu Ende geführt werden kann.
Ausrüstung. Zur Ausrüstung eines Shorttrackers gehören
Spezialschlittschuhe, Laufanzug (ggf. schnittresistente Textilien),
Halsschutz, Helm, Handschuhe. Die Handschuhe haben an den Fingern
spezielle Auflagen, mit denen sich die Läufer in der Kufe aufstützen.
Die Schlittschuhe haben wegen der engen Kurven schräg am Fuß angebrachte
Kufen, die zudem selbst einen Radius aufweisen (sogenannte Banane).
Einige Fachbegiffe englisch
– deutsch
advanced = Weitersetzen (durch
Schiedsrichterentscheid)
assistance = (unzulässige) Hilfestellung
collision = (absichtlicher) Zusammenstoß
crosstracking = Kreuzen (der Laufbahn eines anderen Läufers
mit Behinderung)
final points = Endlaufpunkte (in Finallläufen
erzielte Punktzahl)
heat = im engern Sinne: Vorlauf; im weiteren Sinne:
(jeder) Lauf
heatbox = Wettkampfbox (Aufenthaltsort der Läufer
vor + nach dem Lauf)
impeding = Behinderung (Berührung mit dem Körper
bzw. Körperteilen)
kicking-out = Treten, (unerlaubter) Zielschritt
off-tracking = Abschneiden, Abkürzen (Verlassen der
Bahn)
packstyle = Pulkstil (Laufen in der Gruppe)
seeding points = Vorlaufpunkte (in allen Läufen außer
Endlauf erzielte Punkte)
slowing-down = (absichtliches, unnötiges) Abbremsen
team-skating = Mannschaftslaufen (gegenseitiges
Vorteilgeben)
Quelle DESG |